Leseprobe - Hypnosewahrheit 3.0 - der Ratgeber zur Hypnotherapie 

 

Hypnosewahrheit Ratgeber Hypnosetherapie Buchtitelseite

Hypnosewahrheit 3.0

Autor: Herbert Schraps

Durchblick im Hypnosetherapie-Dschungel

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Hypnose ist ganz anders, als Sie es zu wissen glauben

oder es gehört haben

 

Ausschnitte aus der Inhaltsübersicht

1 Ängste, Zwänge, Depressionen & Co. dauerhaft heilen 19

3 Gefühle und Kreativität  – die Grundlagen

   Gefühle bestimmen das Leben   43

   Kreativität entscheidet über Leben & Tod   47

   Das Problemhaus des Lebens  52

   Die Macht der menschlichen Gefühle  54

   Worte gegen Gefühle – was ist mächtiger?  59

   Die ersten Hypnoseerlebnisse in Anjas Leben 68

   Macht Hypnose willenlos? 70

5 Hypnose

   Was ist Hypnose wirklich? 84

   Welche Hypnosemethode bei welcher Störung? 87

   Was ist eine hypnotische Trance? 88

   Die Grundregeln einfacher Hypnosen 90

   Paradoxie?  Anja leidet – ihr Gehirn funktioniert perfekt 107

   Anjas erste Hypnosebehandlung – die Qual der Wahl 122

   Die Analyse: Vor- und Nachteile einer Hypnose-CD    125

   Diese drei Fehler führen in den Misserfolg   135

   Heilung: Wesentliche Gründe dafür & dagegen 155

   Therapie & Heilung – Pragmatismus 158

   Das unbewusste Ich – der Schlüssel zur Heilung 164

6 Hypnosemethoden & Hypnoseeffekte

   Das evolutionäre Grundprinzip der Heilung_168

   Die vier Bausteine einer erfolgreichen Therapie  171

   Hypnosemethoden und Hypnosebezeichnungen172

   Arzt, Dipl.-Psychologe oder Heilpraktiker – wer ist besser?  173

   Heilhypnose  178

   Tiefenhypnose  180

   Rückführungshypnose  181

   Hypnoanalyse  183

   Klassische Hypnose – Suggestionshypnose  184

   Hypnodrama  187

   Klinische, medizinische u. therapeutische Hypnose  188

   Energetische Hypnose  189

   Hypnopsychotherapie  192

   Blitzhypnose – Schnellhypnose – Soforthypnose  192

   Dynamische Hypnose  194

   Milton-Erickson-Hypnose  195

   Autosystemhypnose  197

   Gefühlshypnose und Kreativhypnose  199

                         

7 Hypnotische Prozesse in der Psychotherapie 203

   Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie & Hypnose  205

   Analytische Psychologie & Hypnose  206

   EMDR & Hypnose  208

   Gestalttherapie & Hypnose  213

   Neurolinguistische Programmierung (NLP) & Hypnose  214

   Systemische Therapie & Hypnose  217

   Verhaltenstherapie & Hypnose  218

   Mentaltraining & Hypnose  220

   Autogenes Training & die Selbsthypnose  222

   Meditation & Hypnose  224

   Placebo-Effekt – Heilung durch Glaube & Hypnose  226

8 Hypnose in alternativen u. esoterischen Methoden

   Kinesiologie, Muskeltest & Hypnose  229

   Bioresonanz, Radionik & Hypnose  231

   Reiki & Hypnose  233

   Geistheiler, Engeltherapie, Schamane & Hypnose  234

   Matrix- oder Quantenheilung & Hypnose  237

   Aberglaube & Hypnose  238

   Spontanheilung – Wunderheilung & Hypnose  241

   Religion, Glaube und Hypnose244

9 Anhang

   Hypnosealphabet A – Z   253

   Bei diesen Krankheiten ist Hypnosetherapie wirksam    265

   Reize – Signale aus Körper-Umwelt  272

   Gefühle & Emotionen – der Unterschied   273

   Das Gehirn – Aufbau und Funktionen   276

   Unglaubliche Gehirnleistungen   279

   Neuronale Plastizität  283

   Der kreative Kern ermöglicht Problemlösungen   284

   Affen bauen keine Hochhäuser – wieso nicht?  286

   Psychische Entwicklungsphasen eines Kindes  288

   Epigenetik   296

   Ideomotorik und Gefühlsmotorik   297

   Das Gehirn organisiert sich wie ein Staat  298

   Unaufmerksamkeitsblindheit  309

   Patientenrecht & Therapeuten-Checkliste  313

   Inhalt der Begleit-DVD


 

    324

Einleitung

Warum haben über 90 % der Bevölkerung Angst vor hypnotischen Prozessen? Warum ist eine Therapiemethode bei einem Patienten wirksam und bei anderen Patienten scheinbar unwirksam? Warum gibt es noch kein einheitliches Grundlagenmodell der Hypnosetherapie? Warum benötigt ein Patient zwei Hypnosesitzungen bis zur Heilung, während ein anderer Patient mit dem gleichen bzw. ähnlichen Symptom zwölf Hypnosesitzungen braucht?

Die Liste der Fragen ließe sich beliebig erweitern. Vorurteile, mangelnde Aufklärung und gezielte Fehlinformationen sorgen dafür, dass sehr viele Hypnotiseure nicht gelernt haben, wie man „gehirngerecht“ therapeutisch arbeitet. In ihrer Verzweiflung klammern sich Patienten oft an jeden Strohhalm und geben viel Geld für Geistheiler, Reiki, Engelseminare und Seelenwanderung aus.

Dieses Buch füllt die notwendige Lücke auf dem Büchermarkt und liefert ein einfaches Erklärungsmodell für alle Psychotherapie-, Coaching-, Esoterik- und Geistheilermethoden. Es zeigt, weshalb auch esoterische Prozesse manchmal zur Heilung führen und liefert ein allgemeingültiges Grundlagenmodell für jede Art von Psychotherapie. Dieses therapeutische Grundlagenmodell entstand, als ich vor Jahren die effizientesten Therapie- und Coaching-Methoden untersuchte. Dabei fand ich zwei wesentliche Gemeinsamkeiten in allen Therapieformen. Bei diesen Gemeinsamkeiten handelt es sich um die stärksten gemeinsamen Einflussfaktoren, die bereits seit vielen Millionen Jahren in jedem mehrzelligen Lebewesen als genetische Kraft vorhanden sind. Durch die direkte Integration dieser Einflussfaktoren in den therapeutischen Prozess kann jede Therapie so schnell und so sanft wie möglich zum Erfolg führen. Diese genetische Kraft verbindet wie ein mächtiger roter Faden alle bekannten und auch weniger bekannten Therapieformen, Coaching-Methoden und esoterischen Heilrituale miteinander.

Sie erfahren, welche komplexen und doch einfachen Mechanismen hinter jeder Heilung stecken und wie Sie als Therapeut oder Betroffener diese Mechanismen nutzen können. Um die Grundregeln innerer Heilungsprozesse zu erkennen, müssen Sie nur dieses Buch lesen. Damit es gehirngerecht „verdaut“ und verarbeitet werden kann, habe ich auf medizinische Fachausdrücke weitestgehend verzichtet. Nur die ersten Seiten könnten etwas trockene Theorie enthalten, doch es lohnt sich, auch die ersten Seiten zu verinnerlichen. Nur so erkennen Sie die grundlegenden Zusammenhänge und damit verbunden die Möglichkeit kurzfristiger Heilungen bzw. Lösungen.

Dieses Buch soll keine offizielle Therapiemethode vom Sockel stoßen, es soll vielmehr Ärzten, Heilpraktikern, Psychotherapeuten und anderen Therapeuten den Blick auf das Ganze ermöglichen. Betroffene können sich leichter im großen Therapie-Dschungel zurecht finden und erkennen, weshalb die vergangenen Therapieversuche scheiterten oder zu viel Zeit in Anspruch nahmen.

Damit die anfangs etwas trockene theoretische Sachinformation sofort in das reale Leben eingebettet werden kann, habe ich eine Familiengeschichte integriert. Anhand dieser Familiengeschichte zeige ich Ihnen, wie einfach Therapie und Heilung sein kann und wie sehr sich alle psychotherapeutischen Methoden, alle esoterischen Rituale und alle Coaching-Techniken doch ähneln. Dabei greife ich auf Therapieerfahrungen aus mehr als 15.000 Sitzungen zurück und lasse allgemeinverständlich die moderne neurowissenschaftliche Sichtweise und die klassische schulmedizinische Sichtweise in dieses Buch einfließen.

Jetzt mögen manche Zeitgenossen sagen: „Woher will der Autor wissen, was die Wahrheit ist …?“

Meine Antwort: eine kleine gehirngerechte Geschichte:

Früher, zur Zeit der alten Ägypter, war die Erde noch eine Scheibe. Später glaubte man, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums. Obwohl es immer mehr Hinweise, Beobachtungen und sogar Beweise gab: Die Erde blieb 1.800 Jahre lang Mittelpunkt des Universums. Wer etwas anderes behauptete, dem drohte der Tod, beliebt war im Mittelalter der kirchlich geweihte Scheiterhaufen.

Mit den Lehren von Kopernikus, Galilei und Kepler kam der „Irrglaube“ immer mehr ins Wanken. Aber erst im Jahre 1757 hob Papst Benedikt XIV den Bann der geächteten Werke zum neuen Weltbild auf. Heute ist es für uns selbstverständlich, dass die Erde sich am Rande unserer Milchstraße befindet und unsere Milchstraße nur eine Galaxie von Milliarden anderen Galaxien ist.

Auch in der heutigen Zeit gibt es festgefahrene Therapieformen, Richtungs- und Glaubensstreit zur einzig wahren Therapiemethode. Es gibt religiöse, esoterische, schulmedizinische oder pseudomedizinische Therapiemethoden. Jede behauptet für sich, die absolute Wahrheit zu sein. Doch wenn man alles betrachtet, kann man in jedem einzelnen Puzzleteil ein Stück der ganzen Wahrheit erkennen. 

 


 1 Ängste, Zwänge, Depressionen & Co.
   dauerhaft heilen

Vor einigen Jahren lernte ich in meiner Praxis eine sehr füllige Patientin kennen, schmücken wir sie mit dem Fantasienamen Anja Schneider. Auf den ersten Blick wirkte sie traurig, gedrückt und niedergeschlagen, auf den zweiten Blick konnte man in ihren Augen eine frustrierte Kämpferin erkennen. Ihr Gesicht und besonders ihre verweint wirkenden kämpferischen Augen waren mir schon früher auf einer Einführungsveranstaltung zur Hypnosetherapie aufgefallen. Nun kannte ich ihren Namen, denn sie hatte sich als Patientin einen ersten Basistermin zur Hypnosetherapie geben lassen. Die Patientin schilderte mir in groben Zügen ihr Leid. Zuerst beklagte sie sich über ihr Gewicht, sie sei viel zu dick, zusätzlich leide sie an Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Waschzwängen, Tinnitus, Konzentrationsstörungen, Ängsten und Depressionen. Im Verlauf der Anamnese[1] berichtete sie mir von weiteren chronischen Beschwerden.   

Unseren Fragebogen hatte Anja S. sehr sorgfältig ausgefüllt. Auf der nachfolgenden Tabelle habe ich die wesentlichen Beschwerden und die Belastungsintensität aufgeführt.


Skalenwerte zwischen 0 bis 10         (0=beschwerdefrei bis 10 = extrem starke Beschwerden/Leiden )

Übergewicht

10

Depressionen

10

Schlafstörungen

10

Ängste

10

Tinnitus beidseitig

8

Schuldgefühle

10

Trockene Augen

7

Stimmungsschwankungen

10

Verspannungen

9

Egoismusgefühle

10

Kopfschmerzen

8

Spannungsgefühle

10

Darmprobleme

5

Zwänge

7

Allergien

4

Schwindelgefühle

5

     Abbildung 1: Symptome – Basistermin

Die Familienanamnese ergab weitere Auffälligkeiten. Anja war kein Wunschkind, sie hatte eine schwierige Kindheit und große Probleme in der Schule. Ihre Eltern trennten sich nach einem längeren Scheidungskrieg, Anja war zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt. Mit 19 Jahren heiratete Anja, mit 21 Jahren wurde sie Mutter ihrer Tochter Laura und 3 Jahre später zerbrach die Ehe. Danach entwickelten sich immer wieder zum Scheitern verurteilte Partnerschaften. Im Alter von 28 Jahren lernte sie einen 52-jährigen Mann kennen, sie heirateten. Kurz vor ihrem 33. Geburtstag wurde diese Ehe nach einem gravierenden Ereignis geschieden. Trotz ihrer vielen Erkrankungen und Leiden schaffte es Anja, als Kassiererin im Berufsleben zu bleiben.

Anja scheint wirklich eine Kämpferin zu sein, denn als ich abklärte, welche Therapieversuche sie bereits hinter sich hatte, holte sie einen Zettel heraus. Darauf hatte sie alle bisherigen Behandlungen penibel aufgelistet. Nachfolgend ein kleiner Überblick der wesentlichen Therapieversuche:

-        mit 25 Jahren der erste längere Klinikaufenthalt wegen schwerer Depressionen

-        später eine Bandscheibenoperation

-        ein Aufenthalt in einer Schmerzklinik

-        psychotherapeutische Behandlungen

-        Akupunktur, Osteopathie, Darmsanierung

-        Tabletten, Spritzen & Co.

-        weitere Versuche: EMDR, Geistheiler, Reiki-Heiler, Autogenes Training, Hypnose–CDs, Hypnosebehandlungen und Bioresonanztherapie. Weitere nicht genannte kleinere Versuche mit verschiedenen Wundertherapien. Hinzu kommen natürlich etliche Diäten.

 

Als ich die Patientin fragte, warum sie glaubt, dass wir ihr helfen können, antwortete sie:

„Eigentlich wollte ich mit Hypnose abnehmen, so wie man es aus dem Fernsehen kennt. Ich lege mich hin, werde hypnotisiert und danach habe ich kein Hungergefühl mehr. Auf der anderen Seite habe ich mit der Hypnosetherapie keine so guten Erfahrungen gemacht. Aber Ihr Vortrag zur modernen Hypnosetherapie hat mich neugierig und zugleich nachdenklich gemacht. Ich bin zwar immer noch etwas skeptisch, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie es funktioniert, aber ich habe die Hoffnung, dass Sie mit Ihrer Hypnose meine Beschwerden heilen …“

 

Daraufhin sagte ich ihr, dass auch ich Hoffnungen habe, z. B. auf den Weltfrieden oder ein langes und gesundes Leben. Hoffnungen sind unerfüllte Wünsche, die möglicherweise in Erfüllung gehen. Bei derartigen Beschwerden gibt es aus meiner Erfahrung nur eine neurobiologische Tatsache: Jedes negative Gefühl lässt sich verändern, – wenn man die richtigen Zugänge zur unbewussten Gefühlsebene nutzt und dort das unbewusste Potential der Kreativität aktiviert. Es gibt eine evolutionäre Tatsache – und diese kann jeder Neurowissenschaftler bestätigen: Das Gehirn kann jedes negative Gefühl, soweit es biologisch realisierbar ist, umstrukturieren. Voraussetzung: aktive Mitarbeit. Auch verdeutlichte ich Anja, dass ich niemanden heilen kann. Ich kann den Heilungsprozess unterstützen und begleiten, damit sich im Körper und im Gehirn ein selbstorganisatorischer Heilungsprozess entwickeln kann.

Im Laufe der ersten Behandlung lud ich Anja S. zu einer ersten selbstbestimmten Gefühlshypnose[2] ein, eine spezielle Methode, um sehr schnell in die tieferen unbewussten Emotionsebenen zu kommen, um mit Hilfe der Gefühlsmotorik[3] die emotionalen unbewussten Ursachen ihrer vielen chronischen Beschwerden zu klären. Da sich Anja vorab bereits sehr gut informierte und über Hypnoseerfahrungen verfügte, fiel es ihr relativ leicht, sich auf die Ebene der unbewussten Gefühle zu begeben. Auf die dabei integrierten hypnotischen Prozesse komme ich später zu sprechen. Zuerst geht es nur um Anja, sie entwickelte bereits in der ersten hypnotischen Behandlung ein eigenes Regulationsverhalten, eine Art Arbeitsanweisung des Unbewussten zur Problemlösung. So konnte sie außerhalb der aktiven Hypnosebehandlungen zuhause eigene Umstrukturierungen vertiefen und verstärken. In der Praxis benutze ich häufig diesen Vergleich:

Stellen Sie sich vor, Sie waren noch nie im Wasser, hörten möglicherweise viele schaurige oder mystische Geschichten über die Kraft des Wassers. Dann würden Sie im Basistermin die Wahrheit über das Medium Wasser erfahren, es berühren und erste Schwimmversuche durchführen. Zuhause planschen Sie im Wasser herum, bis Sie sich sicherer fühlten. Dann lernen Sie bei mir schwimmen, zuhause vertiefen Sie Ihre neuen Erfahrungen. Danach zeige ich Ihnen ein paar Tauchübungen, zuhause vertiefen Sie Ihre Erfahrungen. Im nächsten Schritt tauchen Sie zum Problem und lösen es, zuhause darf sich diese starke Erfahrung verstärken. Zum Schluss zeige ich Ihnen weitere Schwimmtechniken, zuhause integrieren Sie Ihre neuen Fähigkeiten in Ihrem Alltag und verändern so Ihr gesamtes Leben. So nutzen wir die Zeit zwischen den Behandlungen, damit Sie so schnell und so sanft wie möglich das Ziel der Zufriedenheit erreichen. Diese Arbeitsweise ermöglicht ganz neue Therapiemöglichkeiten.

Da Anja sich auch zuhause laufend in den hypnotischen Prozess einbrachte, ergaben sich bereits nach wenigen Sitzungen Veränderungen. Nach nur 4 Behandlungen änderte sich bereits das seit Jahren bestehende Beschwerdebild:

Skalenwerte von 0 bis 10, die Anfangswerte stehen in Klammern.           (0 = beschwerdefrei bis 10 = extrem starke Beschwerden/Leiden)

Übergewicht (10)

10

Depressionen (10)

9

Schlafstörungen (10)

7

Ängste (10)

8

Tinnitus beidseitig (8)

6

Schuldgefühle (10)

7

Trockene Augen (7)

6

Stimmungsschwank. (10)

9

Verspannungen (9)

5

Egoismusgefühle (10)

6

Kopfschmerzen (8)

3

Spannungsgefühle (10)

5

Darmprobleme (5)

4

Zwänge (7)

7

Allergien (4)

4

Schwindelgefühle (5)

6

       Abbildung 2: Symptome nach 4 Behandlungen – Zwischenwert

Anja S. kämpfte bewusst und unbewusst gegen bekannte und neu hinzugekommene Widerstände, sie erledigte die selbsthypnotischen Aufgaben, die ihr Unbewusstes nach der Behandlung für sie bereit hielt und sie erlebte ganz neue, wunderbare Gefühle. Die Bewertungen erfolgten durch die Patientin selbst. Keine einzige Sitzung habe ich mit der Behandlung von Symptomen verschwendet. Nur in den seltensten Fällen muss sich der Hypnotherapeut auch um Symptome kümmern. Jeder gut ausgebildete und erfahrene Therapeut wird die emotionalen Auslösereize bzw. die Ursachen bearbeiten und nicht in erster Linie die Symptome.

Der Zwischenstand nach insgesamt 8 Behandlungen:

Skalenwerte von 0 bis 10, die Anfangswerte stehen in Klammern.           (0 = beschwerdefrei bis 10 = extrem starke Beschwerden/Leiden)

Übergewicht (10)

9

Depressionen (10)

5

Schlafstörungen (10)

4

Ängste (10)

4

Tinnitus beidseitig (8)

3

Schuldgefühle (10)

2

Trockene Augen (7)

5

Stimmungsschwank. (10)

6

Verspannungen (9)

3

Egoismusgefühle (10)

2

Kopfschmerzen (8)

3

Spannungsgefühle (10)

3

Darmprobleme (5)

2

Zwänge (7)

6

Allergien (4)

3

Schwindelgefühle (5)

0

              Abbildung 3: Symptome nach 8 Behandlungen – Zwischenwert

Ein guter Therapeut sollte den Therapieprozess nur begleiten, denn nur dann kann das Gehirn zusammen mit seinem Besitzer die eigenen Kernressourcen zur Selbstentwicklung nutzen. Nur so ist sichergestellt, dass sich tief liegende unbewusst verankerte Einstellungen, Denk- und Verarbeitungsmuster umstrukturieren und der Patient, also der Gehirnbesitzer, sich zufrieden fühlt.

In größeren Abständen führten wir noch 3 weitere Behandlungen durch. Nachdem der Kern des Problems erreicht wurde, veränderten sich immer mehr Symptome. Auch das ursprüngliche Oberflächenthema „Übergewicht“ bewegte sich immer deutlicher. So erreichte Anja S. eine Zufriedenheit, wie sie es noch niemals erleben durfte. Manche dieser neuen Gefühle waren anfangs ungewohnt und manche gaben ihr in ihrem Verhalten so viel Kraft, dass es ihr immer leichter fiel, auch aktiv etwas für sich zu tun, weil sie es sich wert war.

Die Bewertungen nach der elften Sitzung:

Skalenwerte von 0 bis 10, die Anfangswerte stehen in Klammern.          (0 = beschwerdefrei bis 10 = extrem starke Beschwerden/Leiden)

Übergewicht (10)

5

Depressionen (10)

2

Schlafstörungen (10)

2

Ängste (10)

2

Tinnitus beidseitig (8)

1

Schuldgefühle (10)

0

Trockene Augen (7)

2

Stimmungsschwank. (10)

2

Verspannungen (9)

1

Egoismusgefühle (10)

0

Kopfschmerzen (8)

1

Spannungsgefühle (10)

1

Darmprobleme (5)

1

Zwänge (7)

3

Allergien (4)

3

Schwindelgefühle (5)

0

              Abbildung 4: Symptome nach 11 Behandlungen – Zwischenwert

Mittlerweile hatte sich in Anja S. eine starke Kernkompetenz, eine Art tieferes Urvertrauen entwickelt, so dass für Anjas Gefühlswelt keine weiteren Termine erforderlich waren. Die hypnotische Abfrage ergab, dass sich die Restsymptome im Laufe der nächsten Monate auflösen dürften, wenn Anja die selbsthypnotisch formulierte Aufgabe zuhause ein- bis zweimal pro Woche durchführt. Sie litt nicht mehr unter dem Übergewicht, war bereits dabei, langsam und gesund abzunehmen, machte sogar etwas Sport. Sie veränderte die Grundlagen ihres Lebens und fühlte sich so kraftvoll wie nie zuvor.

 

Viele Monate später traf ich Anja auf einem meiner Hypnosevorträge, eine starke, strahlende Frau. Sie hatte eine Freundin zum Vortrag „verschleppt“…

 

Aus diesem stark verkürzten Fallbeispiel ergeben sich wesentliche Fragen:

-        Warum kam Anja S. in früheren Behandlungen nicht in die „innere Heilung“, obwohl viele Therapieversuche unternommen wurden?

-        Welche Bedeutungen haben die Symptome?

-        Weshalb entwickelt Anja S. bereits nach wenigen Behandlungen ein ganz anderes Körpergefühl?

-        Wieso lösen sich körperliche Beschwerden auf, obwohl in keiner einzigen Behandlung auf die Symptome eingewirkt wurde?

-        Handelt es sich bei diesem Fallbeispiel um eine Zufallsheilung, eine Wunderheilung oder um ein grundlegendes „Heilungsmuster“, das sich in jedem Menschen entwickeln kann?

-        Weshalb zeigten die früheren Hypnosen keine Wirkung?

 

Fragen über Fragen. – Dieses Buch wird Ihnen nicht nur diese Fragen beantworten, es beschreibt auch, wann und wie eine Therapiemethode zum Ziel (also zur Heilung) kommt. Sie werden erkennen, dass Geistheiler, Reiki-Meister, Esoteriker und andere spirituelle Glaubensbrüder (unwissend) die gleichen hypnotischen Prozesse benutzen, wie sie jeder Psychotherapeut benutzt. Dieses Buch verdeutlicht, wie stark körperliche Beschwerden mit der seelischen Befindlichkeit zusammenhängen und dass Symptome immer im Gesamtbeschwerdebild betrachtet werden müssen. Symptome sind Warnsignale, sie zeigen, dass Be- oder Verarbeitungsprozesse im Gesamtsystem Mensch gestört sind …



Nachfolgend lernen Sie kurz die Großeltern der Familie Schneider kennen, Wilhelmine und Werner Müller. Wilhelmines Tochter Jutta spielt eine wichtige Rolle, denn sie wird die Mutter von Anja S. Mit Hilfe dieser Lebensgeschichte erhalten Sie einen Überblick, wie sich das theoretische Wissen im alltäglichen Leben auswirken kann. Am Beispiel der Familie Schneider wird das universelle Prinzip „Ursache und Wirkung“ – oder „Von NICHTS kommt NICHTS“ verdeutlicht. Wenn Sie mehr über Systeme erfahren möchten, so finden Sie im Anhang noch weitere Erklärungen und Informationen aus der Systemtheorie.

Einleitungsgeschichte:

Die nachfolgende Familiengeschichte wird Sie nun als praktisches Erklärungsmodell durch das Buch begleiten und beispielhaft zeigen, wie sich theoretisches Wissen im praktischen Leben auswirken kann.

 

Im Jahre 1947 lernen sich Wilhelmine Schulze und Werner Müller kennen. Für einen ungeschützten Ausflug in die Lust bekommt Wilhelmine die Quittung: Sie ist schwanger. Bereits während der Schwangerschaft bemerkte Wilhelmine den ungezügelten Alkoholkonsum ihres Partners, auch neigte Werner zu verbalen und körperlichen Entgleisungen. Am liebsten hätte Wilhelmine die Schwangerschaft abgebrochen, aber dafür war sie nicht stark genug. Sie fügt sich in ihr Schicksal und heiratet Werner, damit das Kind nicht als uneheliches „Balg“ zur Welt kommt. Im Sommer des Jahres 1948 bekommt das Ehepaar Wilhelmine und Werner Müller ihren Nachwuchs, Jutta wird geboren. Innerhalb der nächsten Jahre durchlebten Wilhelmine und ihr Töchterchen Jutta schwere Zeiten. Wilhelmine litt unter den alkoholbedingten Wutausbrüchen, den Schlägen und den Drohungen ihres Mannes. Auch die kleine Jutta war bei diesen Streitigkeiten und Misshandlungen oftmals dabei, entweder als Baby im Kinderwagen oder später im Kinderzimmer. Hier hörte sie ihren Vater schreien, ihre Mutter weinen und manchmal war es plötzlich ganz still und sie spürte schreckliche Gefühle in sich. Erst nach mehr als 6 Jahren konnte Wilhelmine die Kraft aufbringen und sich von ihrem Mann trennen. Nach der Scheidung musste Wilhelmine als alleinerziehende Mutter sehr viel arbeiten – und sie hatte wenig Zeit für ihre Tochter. So wurde Jutta zu einem sogenannten Schlüsselkind, das sich quasi selbst versorgen musste. Jutta entwickelte sich zu einer zurückhaltenden, schüchternen jungen Frau. Als Jutta mit 20 Jahren ihren Traummann Jürgen kennen lernte, verliebten sie sich ineinander. Juttas Leben veränderte sich, sie fühlt sich geliebt, bedeutsam, und das Leben war nun himmlisch ...! Sie spürte das Leben und die Liebe. Jürgen war lieb, höflich, wirkte so zielstrebig stark und konnte ihr als zukünftiger Rechtsanwalt eine gute Zukunft bieten. Jürgen wuchs als Einzelkind auf, 26 Jahre alt, er wohnte noch bei seinen streng katholischen Eltern, einer erfolgreichen Anwaltsfamilie, Helene und Heinz Schneider …

Jürgen Schneider und Jutta Müller wurden ein Liebespaar, sie fühlten sich unbeschwert und auch irgendwie sorgenfrei. Jürgen wollte später als erfolgreicher Anwalt die Kanzlei seines Vaters übernehmen und Jutta hatte das starke Verlangen, sich als Erzieherin im Kindergarten liebevoll um kleine Kinder zu kümmern.

Juttas Verhältnis zu Jürgens Eltern war nicht besonders gut, sie spürte eine Kälte und ein Gefühl der Ablehnung, aber das Gefühl der Liebe war größer und sie verdrängte die „komischen Gefühle“. Helene und Heinz Schneider hätten lieber eine zukünftige Schwiegertochter aus gutem Hause gehabt, aber noch hofften sie darauf, dass ihr Sohn Jürgen diese Frau nicht heiraten würde.

Wilhelmine war stolz auf ihre Tochter, sollte sie es doch später besser haben. Nun hat sie sich einen zukünftigen Rechtsanwalt geangelt. In diesem starken Hochgefühl bemerkte sie nicht das ablehnende Verhalten von Helene und Heinz Schneider.

Nach einem Arztbesuch im Jahre 1969 kommt die Hiobsbotschaft: Jutta war bereits im 3. Monat schwanger. Viel zu früh, denn mit 21 Jahren steckte sie mitten in der Ausbildung und Jürgen musste noch eine kostenintensive 2-jährige Fachausbildung absolvieren. Jürgens erzkatholische Sichtweise und Juttas Hilflosigkeit schafften Fakten: Zuerst wird geheiratet, damit das Kind nicht unehelich und in Sünde geboren wird. Durch die Geburt veränderten sich nun viele Lebensbereiche. Die negativen Auswirkungen schlugen hohe Wellen und beeinflussten die junge Familie, die Herkunftsfamilien und natürlich auch das Baby mit dem Namen Anja nachhaltig.

Bereits in dieser kleinen Geschichte befinden sich unzählige sich gegenseitig beeinflussende und miteinander verbundene Systeme und Teilsysteme. Manche Systeme beeinflussen sich sofort und direkt, andere zeitverzögert oder kaum merklich. Wesentlich ist, dass jede noch so kleine Veränderung in einem untergeordneten System sich auf das System selbst auswirkt und das betroffene System verändert.


Wichtig

Seit mehr als 500 Millionen Jahren gibt es Gefühle und vor über 400 Mio. Jahre entwickelten sich Gehirne zur noch effektiveren Steuerung des Lebens – sie funktionieren ohne Worte.

Den modernen Menschen gibt es ca. 200.000 Jahre und seine komplexe Sprache erst ca. 50.000 Jahre.

Wer hat mehr Einfluss im Körper?

 

Das evolutionär noch sehr junge Bewusstsein benutzt Worte, sie enthalten Informationen, wie Zahlen, Daten, Fakten und Beschreibungen. Diese Worte können auch Gefühle erzeugen. Das gut mit dem Körper vernetzte Unbewusste benutzt Gefühle. Sie steuern alle Handlungen, aktivieren Worte und lassen Denk- und Grübelkatastrophen entstehen.

Das Gehirn selbst besteht aus ca. 84 Milliarden Nervenzellen (Neuronen), die sich in Netzwerken organisieren. Die Nervenzellen verbinden sich über sogenannte Synapsen (Kontaktstellen), und es scheint nach dem heutigen Erkenntnisstand so zu sein, dass diese Synapsen darüber entscheiden, wie gut oder schlecht wir uns erinnern können. Je besser sich die einzelnen Nervenzellen evtl. spezialisiert und in kleinen Gruppen vernetzen, desto besser kann das Gehirn sich auf Veränderungen im Leben einstellen.

 

Da das Unbewusste in jedem Gehirnbesitzer den Körper steuert, kann es auch in dieser Steuerungsebene Störungen geben, wir nennen sie z. B. psychosomatische Störungen.


 

 

3 Gefühle und Kreativität
– die Grundlagen und Urkräfte des Lebens

 

Gefühle bestimmen das Leben

 

Seit einer halben Milliarde Jahren verarbeiten neuronale Netzwerke Emotionen und Gefühle. Als das Gehirn die Reizverarbeitung zentralisierte, konnten die damals bereits unglaublich leistungsfähigen Nervenzellen zeigen, welche Leistungen sie in einem großen Team – dem Gehirn – vollbringen konnten.

 

Ich möchte an dieser Stelle nicht die Komplexität und das bis heute unverstandene Zusammenspiel verschiedenster Nervenzellen verdeutlichen, nein ich möchte es nur symbolisch beschreiben, denn wer über Axone, Dendriten, Schwellenpotential, Aktionspotential, Synapsen oder Neurotransmitter mehr erfahren möchte, findet im Internet oder im Buchhandel gute Informationsmöglichkeiten.

 

Wichtig ist mir die evolutionäre Grundaussage:

Gefühle bestimmen das Leben und ohne Gefühle gäbe es kein Leben.

 

Dabei spielt es keine Rolle, ob wir die Tierwelt oder den Menschen betrachten. Ohne Gefühle bzw. Emotionen würde es kein Leben geben. Gefühle sind die Grundlagen der Evolution, denn nur so kann das Lebewesen erkennen, dass es Durst, Hunger, Angst, Schmerzen und sexuelle Lust hat. Damit der Leser sich schnell dem Hauptthema zuwenden kann, steige ich direkt in das Thema menschlicher Gefühle ein.

 

Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist (Bewusstsein) und Seele (Unbewusstes). So werden körperliche Beschwerden dem Gehirn beispielsweise als Schmerz- oder Verspannungsgefühl gemeldet. Geistige Probleme nimmt das Gehirn z. B. als Lern- oder Konzentrationsstörung wahr, und seelische Störungen äußern sich zum Beispiel als Ängste oder Schlafstörungen.

 

 Ganz gleich ob unser Körper, Geist oder unsere Seele betroffen sind, alle Symptome zeigen sich als ein ganz bestimmtes Gefühl: Es gibt also nichts im Leben ohne Gefühle. Gefühle sind die Urkraft der Evolution. Als komplexe, grundlegend genetisch bedingte Verhaltensmuster haben sie sich im Laufe der Evolution immer weiter entwickelt. Zu den einfacheren Gefühlen der Säugetiere zählen z. B. Ekel, Furcht, Aggression, Überraschung/Schreck und Zufriedenheit. Daraus entwickelten sich soziale Gefühle, wie z. B. Neid, Stolz, Scham, Schuld, Eifersucht, Dankbarkeit, Bewunderung und Verachtung. Da es diese sozialen Emotionen auch bei vielen höher entwickelten Tieren gibt, handelt es sich wohl mehr oder weniger um genetisch angelegte Verhaltensmuster. Unseren Gefühlen haben wir unser Leben zu verdanken, denn sie sind die stärksten neurobiologischen Kräfte, die es gibt.

 

So haben alle Lebewesen mit Hilfe ihrer Gefühle ein komplexes Verhaltens- und Denkschema entwickeln können, das ihnen eine der Situation angemessene Anpassung erst ermöglicht und somit das Überleben gesichert hat. Erst am Ende der Evolution[1] sind die Menschen entstanden und vor ca. 50.000 Jahren entwickelte sich die moderne Form der Sprache. Wie gut Worte Gefühle erzeugen können und wie intensiv diese Gefühle auf den Menschen wirken, zeigen Studien der finnischen Alto-Universität. Wie auf einer Landkarte des Körpers zeigten sich unterschiedliche Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Depressionen, Zorn, Schuld, Scham, Liebe oder Unsicherheit. Bei 700 Teilnehmern einer weltweiten Studie ließen sich die Gefühle unabhängig von Religion oder Herkunft in den gleichen Körperbereichen feststellen.

Das Gehirn hat sich im Laufe der Evolution immer besser mit dem Körper verbunden. Das menschliche Nervensystem einschließlich aller Nervenfasern hat eine Gesamtlänge von fast 800.000 Kilometern. Alle Nervenfasern sind auf irgendeine Art und Weise mit dem Gehirn verbunden.

Gefühle bestimmen unser Leben und unser Leben wird durch unsere Gefühle gesteuert. Schlagen Sie einfach die Tageszeitung auf, in jeder Schlagzeile und in jedem Artikel verbergen sich machtvolle Gefühle. Für den Krieg benötigen wir Hass, Angst, Stolz und Verachtung. Der Mord geschieht aus Habgier, Wut oder Eifersucht. Eine Vergewaltigung benötigt Gefühle wie Macht, Erregung oder Rache. Der Taubenzüchterverein benötigt Geselligkeit, Stolz oder das Gefühl der Überlegenheit. Doch Gefühle alleine reichen zum Leben nicht aus. Wären Sie in einem Schlaraffenland oder als Adam und Eva im Paradies, so würden Gefühle das Leben und damit auch das Überleben sichern. Im wirklichen Leben jedoch müssen Sie sich Nahrung besorgen und den tagtäglichen Überlebenskampf gewinnen. Das ist in Deutschland leichter als in Afrika. Deshalb benötigt das Leben eine weitere evolutionäre Kraft: Kreativität, im Tierreich auch Anpassung genannt. Da diese Kraft in jedem Lebewesen vorhanden ist, handelt es sich auch hier um eine genetisch verankerte Kraft.


[1] Das Ende der Evolution aus heutiger Sicht, denn Evolution ist ein fortlaufender Prozess    ohne ein wirkliches Ende.



Das Haus des Lebens mit stabilem Fundament

Stellen Sie sich Ihr Leben wie ein riesiges Haus mit vielen Stockwerken vor. Wären Sie beispielsweise 42 Jahre alt, so hätte Ihr „Haus des Lebens“ mittlerweile 42 Stockwerke. Am Anfang Ihres Lebens erhielten Sie ein großes, stabiles und doch sehr anpassungsfähiges Fundament, damit sich Ihr Leben in jede nur erdenkliche Art entwickeln könnte. In diesem Fundament befanden sich bereits alle wesentlichen Ressourcen, die Ihnen die Natur zur Verfügung stellte: Gefühle und Kreativität.

Innerhalb Ihrer ersten 5 bis 7 Lebensjahre entfalteten und vernetzten sich diese beiden Systeme, – wenn alles gut lief. Dazu mussten nur die genetisch angelegten Gefühlsprogramme aktiviert werden. Zur Aktivierung benötigten Sie von außen die passenden Reize. Diese wirken wie Schalter bzw. Verstärker, so können sich Gefühle wie z. B. Urvertrauen, Liebe oder Geborgenheit entwickeln. Das Kreativitätssystem aktivierte sich, indem Sie gesellschaftliche und moralische Grenzen kennen lernten, vorgegebene Grenzen manchmal überschritten, sich auf Neues einließen und neugierig auf die Welt waren. Es war für Ihre Umwelt nicht so tragisch, wenn Sie als Kind mal einen Fehler machten, so entwickelten Sie Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Sie lernten, dass Fehler zum Leben gehören und dass Sie sich nicht alles gefallen lassen sollten …

 Mit so einem flexiblen und starken Fundament ausgerüstet konnte sich ein stabiles „Haus des Lebens“ aufbauen. Wenn dann im Leben ein Unglück geschieht und ein Zimmer ausbrennt, dann wird das Haus als Ganzes keinen Schaden nehmen. Nach wenigen Wochen oder Monaten wird das Zimmer saniert sein und das Leben geht weiter. Die positiven Grundlagen ermöglichen im späteren Leben ebenfalls Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeiten. Depressionen, Ängste, Zwänge und psychosomatische Beschwerden haben hier keine Chancen.

Das Haus des Lebens: Die frühkindlichen Erlebnisse und Erfahrungen aktivieren oder hemmen im Gefühls- oder Kreativitätssystem alle wesentlichen Bausteine des Lebens. Dies geschieht in der Regel innerhalb der ersten 7 Lebensjahre.


Das Problemhaus des Lebens

Manchmal verläuft das Leben anders als geplant. Man wird unter ungünstigen Bedingungen geboren oder es entwickeln sich sehr früh im Leben belastende Ereignisse und Erlebnisse. Es muss nicht immer Gewalt, Alkohol, Missbrauch oder Ablehnung sein. Ein sensibles Baby oder Kleinkind kann bereits durch einen Krankenhausaufenthalt oder eine schwere Erkrankung aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Auch entwickeln überbehütete Babys sehr oft ein gestörtes Fundament des Lebens.

Dabei spielt es keine Rolle, welches Grundsystem gestört ist, denn beide Systeme beeinflussen sich permanent gegenseitig.

Das Gehirn baut permanent auf vorhandenem Wissen auf und nutzt die vermeintlichen Grundsysteme zum weiteren Ausbau. Das bedeutet, dass die fehlerhaft entfalteten Basissysteme zu einem schiefen Fundament führen. Darauf bauen sich im späteren Leben weitere Stockwerke auf. Jedes Zimmer und jedes Stockwerk ist nun schief, vollkommen aus dem Gleichgewicht. Die Betroffenen fühlen sich dann oft traurig, ängstlich, einsam oder hilflos. Sie entwickeln psychische, psychosomatische oder körperliche Leiden. Schmerzen, Übergewicht, Suchtverhalten, Zwänge, Partnerprobleme oder Depressionen werden zum ständigen Begleiter.

In der herkömmlichen Medizin wird nun versucht, die Symptome zu beseitigen. Versuchen Sie mal in einem instabilen Haus ein schiefes Zimmer zu sanieren – oder ein Symptom zu heilen! Da jedes Zimmer (neuronales Netzwerk) betroffen ist, bringen herkömmliche Therapien oft nicht den gewünschten Erfolg.

Deshalb muss die Basis des Lebens neu strukturiert werden, nur dann können sich die darauf aufgebauten Zimmer ebenfalls verändern. Das Haus des Lebens ist als Gesamtsystem permanent veränderbar, wenn man die evolutionären Kräfte einbezieht. Niemand saniert schiefe und krumme Zimmer. In der Medizin wird es laufend versucht.

Warum ziehen sich manche Leiden wie ein roter Faden durch das bisherige Leben? Weil die ersten Anzeichen bereits sehr früh im Leben dafür gesorgt haben, dass Betroffene von übermächtigen negativen Gefühlen blockiert werden oder durch negative Anpassung das innere Problem nicht auflösen konnten.

 

 Die Macht der menschlichen Gefühle

Grundsätzlich werden die meisten Gefühlswahrnehmungen im Gehirn verarbeitet. Wir ordnen sie dem Gefühlssystem zu. Natürlich handelt es sich bei unserem Gefühlssystem auch nur um ein Teilsystem im System „Mensch“. Jedes einzelne Gefühl (z. B. Angst, Mut, Lust etc.) ist wiederum Bestandteil des gesamten Gefühlssystems. Für diese Zuordnung spielt es keine Rolle, ob wir das Gefühl mit Worten definieren können oder nicht – und da ist wieder das Grundprinzip der Evolution:

In lebenden Systemen beeinflussen sich

alle

Teilsysteme gegenseitig ...

Der Mensch beginnt sein Leben im Mutterleib mit Gefühlswahrnehmungen, dafür benötigt er keine Worte. Am Blutkreislauf der Mutter angeschlossen nimmt ein ungeborenes Baby indirekt an jedem Streit, jeder Freude und jeder Angst teil. So werden Babys bereits „vorgeprägt“ und auf das Leben vorbereitet. Nach der Geburt kann das Baby zwar Worte wahrnehmen, jedoch nicht verstehen, es lebt hauptsächlich in seiner Gefühlswelt. Erst mit dem Beginn der eigenen Sprachkompetenz (ca. 2 Jahren) fängt das Kind an, immer mehr Handlungsabläufe zu verstehen. Mit 2 – 3 Jahren entwickelt sich das bewusste Ich und das Kleinkind kann sich zunehmend als eigenständiges Individuum erkennen. Erst ab ca. 4 Jahren sind die kleinen Gehirne so weit entwickelt, dass sie Ereignisse bzw. Erlebnisse bewusst speichern und sich später daran erinnern können. Damit handelt es sich bei den ersten Lebensjahren um die wohl wichtigsten Jahre, denn in dieser Zeit finden extrem bedeutsame Entwicklungen statt. Jeder erfahrene Psychotherapeut, Neurowissenschaftler und Hypnosetherapeut wird bestätigen können, dass sich in den ersten 5 – 7 Lebensjahren einschl. der pränatalen Phase (von Zeugung bis Geburt) die wesentlichen Grundlagen des Lebens entwickeln. Dabei werden die gleichen Grundbausteine des Lebens angelegt wie in der Tierwelt auch:

Gefühle und Kreativität. Wie Sie bereits erfahren haben, gibt es ohne diese genetischen Kräfte kein Leben.

Beide Grundbausteine beeinflussen sich ständig gegenseitig, dazu benötigen sie Reize und Signale aus dem Körper und aus der Umwelt. Nur wenn diese beiden Säulen des Lebens sich in einem ausgeglichenen Zustand befinden, kann sich auf diesem stabilen Fundament ein stabiles Gefühlsleben entwickeln.

Klein Anjas Gefühlsverwirrungen

Klein Anja liegt in den Armen der Mama, scheint sich wohl zu fühlen. Sie weiß nicht, dass sie sich im Krankenhaus befindet, doch sie nimmt deutlich Mamas Gefühle wahr. Sie spürt das stark schlagende Mama-Herz, ihr kleines Gehirn erinnert sich unbewusst an dieses Stressgefühl, und nun hört Anja neben Mama noch eine tiefe Bassstimme. Das kleine Gehirn fühlt die Nähe dieser Person mit der dunklen Stimme und die aufkommende Anspannung in Mama. Das kleine Gehirn nimmt so etwas wie Bedrohung wahr und entwickelt ein unsicheres Gefühl in Anjas Körper. Die Kleine schreit. Klein Anja kann in der neuen Welt noch nicht gut sehen, aber besonders gut fühlen. Als die Person mit der dunklen Stimme weg ist, beruhigt sich die Mama und Klein Anja fühlt sich sicherer. Sie konnte nicht sehen, dass ihr Vater hereinkam, und nicht verstehen, dass die traurige Mama sich Vorwürfe anhören musste. Das junge Gehirn hat diese wiederkehrenden Momente gespeichert, wer weiß, wozu man diese starken Gefühlserinnerungen später gebrauchen könnte.

Aus dem Krankenhaus entlassen gab es im Laufe der Zeit für das junge Gehirn viele neue Stimmen und Gefühle – und irgendwann konnte Anja die Gesichter genau erkennen. Der Typ mit der dunklen Stimme nahm sie manchmal auf den Arm, war aber selten da. Immer wenn er da war, entwickelte die Mama irritierende Gefühle. Ein faltiges Gesicht war herzlich und ganz lieb – auch Mama war ganz entspannt. Das faltige Gesicht war deshalb vertrauensvoll und Anja fühlte sich wohl. Aber da gab es noch weitere Faltengesichter. Die schleppten immer irgendetwas Buntes an. Das sah lustig aus, aber Mama strömte wieder so ein komisch angespanntes Gefühl aus, so als wären Feinde in der Nähe. Auch wirkten die Augen der Faltengesichter so kalt und abweisend …

Anja musste nicht wissen, wer Oma, Opa oder Papa ist, sie spürte die Zugehörigkeit über Mimik, Gestik, Stimmenmuster und über den Geruch. Angst oder Stress lässt sich oft riechen …!

Anjas Körper kam mit den schwierigen Verhältnissen nicht wirklich klar. Freund oder Feind, wer nahm sie auf den Arm? Sie entwickelte eine schwere Neurodermitis. Wie heißt es noch: Die Haut ist der Spiegel der Seele. Diese Volkswahrheit stimmt nicht immer, aber meistens …

Ihr junges Gefühlssystem konnte keine stabilen Bindungssysteme entwickeln. Auch das Gefühlssystem „Urvertrauen“ findet im jungen Gehirn nicht genügend Verbündete, um sich später selbstsicher und stark fühlen zu können.

Wird ein Baby geboren, so besitzt es bereits Emotionen, Gefühle und einen Körper. Das Gehirn hat vor der Geburt bereits Erfahrungen gesammelt. Wie im nachfolgenden Modell dargestellt, verarbeitet das Baby eigene Körperreize und Umweltreize. Es hat ein „Gefühlsbewusstsein“ und ein Unbewusstes, das für alle Wahrnehmungen offen ist. Es kennt weder Schuld- noch Schamgefühle. Neben den allgemeinen lebenserhaltenden Gefühlen wie Hunger, Durst und Schmerz können sich nun auch die vorgeprägten Basisgefühle weiter entwickeln. Dazu zählen Furcht, Freude, Trauer, Ekel und Wut. Gleichzeitig entwickelt sich die genetische Kreativität, diese ermöglicht eine permanente Anpassung an veränderte Umwelt- oder Körperbedingungen. In dieser frühen Lebensphase entwickeln sich vollkommen selbstorganisatorisch die beiden wesentlichen Systeme zur Steuerung der bewussten und unbewussten Reizverarbeitung: Gefühle und Kreativität.

Während meiner langjährigen Praxiserfahrung stellte ich fest, dass sich diese beiden Grundsysteme in einer ausgeglichenen, sich gegenseitig beeinflussenden dynamischen Beziehung befinden müssen. Das nachfolgende Modell zeigt deutlich, dass in einem stabilen positiven System tendenziell mehr positive Entwicklungen stattfinden als in einem negativen System. Die frühkindlich angelegten Basissysteme bilden dafür das Fundament des Lebens.


 Welche Hypnosemethode bei welcher Störung?

Da mittlerweile immer mehr Therapeuten mit hypnotischen Prozessen arbeiten, wird die Anzahl der Hypnoseangebote immer größer. Die Erfolge der Hypnotherapie sprechen sich langsam auch in Deutschland herum und immer mehr Seminaranbieter locken unbedarfte Therapeuten oder Nichttherapeuten mit sensationellen Angeboten. Nachfolgende fragwürdige Originalwerbetexte fand ich im Internet:

-         Lernen Sie prof. Hypnose in 2 Tagen

-         Ausbildung mit Zertifikat und Diplom – nur 1 Woche

-         Schnelle Ausbildung zum zertifizierten Hypnotherapeuten!

(nur 1 Wochenende)

-         Intensivausbildung – Heilhypnose – Gründen Sie Ihre eigene Praxis. (3 Tage-Seminar) usw. …

Natürlich gibt es auch fundierte und gute Ausbildungen, doch die sind leider seltener. Da jeder Mensch zertifizierte Hypnoseseminare anbieten darf, gibt es noch mehr Halbwissende oder sogar Unwissende im Bereich der Hypnosetherapie und des Hypno-Coaching. Viele Bezeichnungen finden Sie im Hypnosetherapie-Dschungel. Als zukünftiger Therapeut oder Betroffener haben Sie die freie Wahl:

Tiefenhypnose                               Heilhypnose

Hypnoanalyse                                Hypnodrama

Milton-Erickson-Hypnose                Klassische Hypnose

Autosystemhypnose                       Kreativhypnose

Klinische Hypnose                         Medizinische Hypnose

Blitzhypnose                                 Energetische Hypnose

Gefühlshypnose                             Hypnopsychotherapie

Selbsthypnose                               Dynamische Hypnose – etc.

Bei so einem fast unüberschaubaren Angebot fällt die Wahl der richtigen Therapiemethode nicht immer leicht. Welche Hypnose eignet sich als Hypnosetherapie für welches Störungsbild besonders gut?

Im Laufe der Jahre habe ich mehr als 15.000 Behandlungen durchgeführt. Alle aufgeführten Hypnosemethoden kamen dabei irgendwie zum Einsatz. Das Resultat: Mit jeder Methode war es möglich, die Tür zum Unbewussten zu öffnen, doch dort gab es viele weitere verschlossene Türen und Behältnisse mit verschlüsselten Inhalten. Viele dieser verschlüsselten Inhalte kamen aus einer Zeit, wo Worte noch relativ bedeutungslos waren: aus der frühesten Kindheit. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelten wir bereits vor vielen Jahren die Gefühlshypnose. Wie mit einem emotionalen Generalschlüssel ließen sich nun innerhalb einer hypnotischen Trance auch die Bereiche leichter öffnen, die sonst nur sehr schwer erreichbar waren. So wurde die unbewusste Emotionswelt über Worte leichter erreichbar. Richtig angewendet ist die hypnotische Trance der direkteste Weg in die unbewussten Netzwerke der Emotionen. Dabei liegt die Betonung auf „richtig angewendet“, denn es ist nicht nur wichtig, die richtigen Werkzeuge zu besitzen, man muss sie auch passend anwenden können.

Im Anhang habe ich eine kleine Übersicht, die zeigt, welche Probleme, Störungen, Leiden oder Erkrankungen sich mit hypnotischen Prozessen verändern lassen. Grundsätzlich kann mit den geeigneten „Werkzeugen“ jeder seelische bzw. körperliche Leidensprozess verändert werden. Für manche Leiden reicht eine einfache Trance, andere benötigen eine spezielle Trance. 


 

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Herbert Schraps
(Heilpraktiker f. Psychotherapie)
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24879 Idstedt - Großraum
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